Für Aktienanleger hat sich der April von seiner besten Seite gezeigt. So konnte der DAX im Berichtsmonat um 7,1% zulegen, beim Euro Stoxx 50 waren es zumindest 4,9%. Damit setzen die europäischen Börsen ihren zu Jahresbeginn gestarteten Aufwärtstrend ungebremst fort. Von dieser Entwicklung konnten natürlich auch unsere Publikumsfonds profitieren. Dabei scheint die derzeit gute Börsenstimmung keineswegs selbstverständlich zu sein, führt man sich das globale Umfeld etwas genauer vor Augen.

So hat sich an den diversen politischen und wirtschaftlichen Risiken kaum etwas geändert. Der Brexit ist nur aufgeschoben, die Handelskonflikte der USA mit China aber auch der EU köcheln mit jederzeitiger Eskalationsgefahr latent vor sich hin und die Europaskepsis nimmt immer weiter zu. Wie stark sie tatsächlich vorangeschritten ist, wird sich bei den Europawahlen vom 23. bis zum 26. Mai zeigen. Dies alles wirkt sich auf das ohnehin schon abflauende globale Wirtschaftswachstum zusätzlich negativ aus, so dass die Prognosen für 2019 im April erneut leicht nach unten korrigiert worden sind (z.B. IWF).

Angespannte Lage, rückläufige Erwartungen

Auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft passt nicht zur Kursentwicklung von DAX und Co. Ablesen lässt sich dies unter anderem am ifo Geschäftsklimaindex, der sich nach leichter Erholung im März wieder im Abwärtsmodus befindet. Die Unternehmen sind weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage und auch die Erwartungen sind erneut gesunken. Maßgeblich beeinflusst werden die Werte dabei von der schlechten Stimmung im verarbeitenden Gewerbe. „Da das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld im Moment keinerlei Impulse für die deutsche Exportwirtschaft gibt“, wie Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts feststellt, sind die Exporterwartungen hier auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren gefallen.

Damit stellt sich die Frage, worauf die Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen Situation auf der einen und der Kursentwicklung auf der anderen Seite zurückzuführen ist. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang sicherlich immer noch der übertrieben starke Abverkauf im vierten Quartal 2018. Ein zweiter Grund ergibt sich bei einem Blick auf die Technologiebörsen, allen voran die NASDAQ, die in den vergangenen Monaten besonders gut abgeschnitten hat.

Technologie-Aktien ziehen den Markt nach oben

So gehen positive Kursimpulse derzeit insbesondere von den großen Tech-Werten aus. Zwar sind auch die „Digital Leaders“ von rückläufigen globalen Wachstumsraten betroffen, durch die fortschreitende Digitalisierung wird dieser Effekt aber mehr als ausgeglichen. Aus diesem Grund sind in diesem Bereich auch deutlich höhere Bewertungen gerechtfertigt als bei Firmen der „Old Economy“. Skaleneffekte und hohe Wachstumsraten zählen derzeit einfach mehr als die mit entsprechenden Investments verbundenen Risiken. Denn trotz zwischenzeitlicher Gewinnmitnahmen, die dann in der Regel heftiger ausfallen als bei Unternehmen des klassischen produzierenden Gewerbes, scheint der längerfristige Digitalisierungs-Prozess intakt zu sein und mittelfristig gute Anlagemöglichkeiten zu bieten.

Unter Führung der im Fonds enthaltenen Tech-Aktien wie u.a. Microsoft, Paypal, Amazon und Disney konnte der Wallrich Marathon Balance im April einen Wertzuwachs von 4,88% verbuchen. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Zugewinne bereits auf 14,78%. Unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Aspekte tendieren wir deshalb dazu, die Sicherung der Gewinne zunächst etwas stärker in den Vordergrund zu rücken und die Aktienquote leicht zurückzufahren. Im Laufe des Sommers sollte sich die Datenlage bessern, was dann durchaus zu einer Neubewertung in die eine oder andere Richtung führen kann. Kurz erwähnen möchten wir an dieser Stelle noch, dass die beiden Tranchen des Marathon Balance zum 1. Mai miteinander verschmolzen wurden, was reduzierte Verwaltungskosten und eine erhöhte Liquidität im Börsenhandel zur Folge hat.

Niedrige Vola sorgt für reduzierten Investitionsgrad

Dank der sich positiv entwickelnden Märkte wurden beim Wallrich Wolf Prämienstrategie Fonds im April keine Strikes gerissen. Alle Prämien konnten vollständig vereinnahmt werden, wodurch sich der Anteilswert im Berichtsmonat um 2,21% erhöht hat. Sehr gute Optionsergebnisse wurden dabei insbesondere mit Wirecard-Aktien erzielt, die nach den Turbulenzen in den vergangenen Wochen (siehe auch Kapitalmarktentwicklung Frühling 2019, Seite 15) noch immer eine hohe implizite Volatilität aufweisen.

Der Abstand zum Strike ist beim Optionsportfolio auf durchschnittlich 8% angewachsen. Die Volatilitäten sind im Euro Stoxx 50 und im DAX stark zurückgekommen. Lediglich in einzelnen ausgewählten Titeln – wie eben Wirecard – sind noch hohe Prämien zu erzielen. Den aktuellen Investitionsgrad der Stillhalterpositionen haben wir deshalb auf nur noch 80% absinken lasen. Ca. 20% laufen im Mai aus. Erst bei deutlich anziehenden Volatilitäten werden wir unseren Investitionsgrad wieder nach oben anpassen.