Befragt nach dem wichtigsten Kriterium eines Investmentfonds, werden die meisten Anleger die Performance nennen. Gemeint ist damit wohl in der Regel die Wertsteigerung. Neben der absoluten Entwicklung sollten aber auch noch weitere Aspekte in die Fondsbewertung einfließen.

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Mit dem abgelaufenen Jahr dürfte die große Mehrheit der Anleger sehr zufrieden gewesen sein. Die weltweiten Aktienmärkte haben von wenigen Ausnahmen abgesehen deutlich im Plus geschlossen, und selbst mit Anleihen ließen sich bei fundierter Auswahl unterhalb der Top-Bonitäten noch attraktive Realrenditen erzielen. Von diesen Vorgaben haben natürlich auch die von uns gemanagten Fonds profitiert.

High Yields mit starker Performance

So hat sich der WWAM Marathon Renten (WKN A14N87), dessen Schwerpunkt bei Senior-Firmenanleihen aus Europa mit einem Non-Investmentgrade-Rating liegt, im Jahresverlauf um 7,75% verteuert. Mit +10,20% fiel die Rendite des vorwiegend für institutionelle Investoren vorgesehenen Special Bond - Opportunities Fund (WKN A1KA95) sogar noch etwas höher aus. Sicherlich beides Ergebnisse, mit denen unter Berücksichtigung des aktuellen Zinsniveaus am Jahresanfang kaum ein Fondsbesitzer gerechnet hätte. Dies gilt umso mehr, als Anleihefonds in Erwartung steigender Zinsen nun ja praktisch schon seit Jahren negative Renditen vorhergesagt werden. Die Hauptgründe für die guten Ergebnisse sehen wir unter anderem in der gelungenen Ausnutzung von Opportunitäten, die sich auch 2017 immer wieder am High Yield Credit Markt ergeben haben, sowie in unserem hauseigenen Credit Scoring Modell. Den Fachartikel „Qualitative Kreditanalyse bei europäischen Hochzinsanleihen“ aus der Zeitschrift „Kredit & Rating Praxis“, in dem unser WWAM Credit Scoring Modell näher beschrieben wird, können Sie hier einsehen. Insofern gehen wir auch für 2018 davon aus, mit unseren Rentenfonds erneut eine positive Rendite generieren zu können. Bliebe an dieser Stelle noch die Entwicklung des BofA Euro Corp. High Yield Index als gebräuchliche Benchmark für EUR Hochzins-Firmenanleihen nachzutragen. Hier betrug der Anstieg im vergangenen Jahr 6,74%.

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Stabilität im Depot

Der Wallrich Wolf Prämienstrategie Fonds (WKN A0M6N1) spielt seine Stärken gegenüber klassischen long only-Investments in den Aktienmarkt insbesondere bei fallenden, stagnierenden und leicht steigenden Basiswertkursen aus. Bei stark steigenden Preisen der Underlyings kann er deren Entwicklung dagegen nicht eins zu eins nachvollziehen. Mit dieser Einschränkung können gerade konservative Anleger sehr gut leben, geht es ihnen doch in erster Linie um eine möglichst stabile Wertentwicklung und ein vermindertes Risiko. Dieser Zielsetzung ist die Prämienstrategie, die vom Risikoprofil her zwischen einem Aktien- und einem Rentenfonds anzusiedeln ist, im abgelaufenen Jahr erneut gerecht geworden. So konnte der Fonds 2017 einen Wertanstieg von 8,34% (P-Tranche) verzeichnen. Damit blieb er nur geringfügig hinter dem Euro Stoxx 50 Total Return Index (+9,15%) zurück. Während das wichtigste europäischen Marktbarometer in der Total Return-Variante zeitweise allerdings 6,38% an Wert eingebüßt hat, lag der Maximum Drawdown beim Prämienstrategie Fonds bei lediglich 1,67%. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in der Volatilität wider. Auf Jahressicht betrug sie bei unserem Fonds 2,5%, beim genannten Index waren es dagegen 10,4%.

Vermögensverwaltung par excellence

Das besondere Highlight war im vergangenen Jahr jedoch die Entwicklung des WWAM Marathon Balance (WKN A14N89). Als vermögensverwaltender Fonds, der unter Berücksichtigung einer möglichst breiten Streuung in praktisch alle Assetklassen investieren darf, fällt er bei der Fondsratingagentur Morningstar in die Kategorie „Mischfonds EUR flexibel - Global“. Während es die gesamte Peergroup 2017 auf einen durchaus soliden Anstieg von 4,9% gebracht hat, betrugen die Zuwächse beim Marathon Balance I stolze 22,77%. Dabei lag der Maximum Drawdown gerade einmal bei 2,3% und konnte bereits nach 35 Börsentagen wieder ausgeglichen werden.

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Zur Outperformance gegenüber der Peergroup haben ganz unterschiedliche Faktoren beigetragen. Zunächst ist hier natürlich die gelungene Titelselektion zu nennen. So haben Portfoliowerte wie Netflix, Stroer und Wirecard oder aus dem DAX eine Volkswagen-Aktie die Indizes, in denen sie enthalten sind, deutlich hinter sich gelassen. Auch die richtige Einschätzung der Dollarentwicklung, die wir über entsprechende Shortpositionen umgesetzt haben, hat sich bezahlt gemacht. Hinzu kommen zum richtigen Zeitpunkten vorgenommenen Absicherungsgeschäfte auf den DAX, die sowohl bei der Performance insgesamt, als auch bezüglich des maximalen Kursrückgangs Früchte getragen haben, und last but not least ist auch die starke Diversifikation zu nennen. Sie umfasst neben Gold und unserer seit über zehn Jahren bewährten Prämienstrategie auch neu Anlageformen, wie etwa ein kleines Bitcoin-Investment. Hier wurde der Anteil der Kryptowährung parallel zu den explodierenden Preisen immer wieder auf die ursprüngliche Gewichtung von rund 2% angepasst. Dadurch konnte das Anlagerisiko in engen Grenzen gehalten werden, und es kam bereits zu erheblichen Gewinnrealisierungen.

Alles in allem haben bei unseren Fonds im vergangenen Jahr somit nicht nur die absolute Performance, sondern auch die relative Entwicklung zur Benchmark, die Volatilität und die Ausrichtung auf die jeweilige Zielgruppe gestimmt. Die eingangs gestellte Frage „Performance gut, alles gut?“ lässt sich in diesem Fall also mit „Ja“ beantworten.

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